Inkubatorbau |
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Als ich vor einigen Jahren mit der Zucht von Bartagamen begonnen hatte verwendete ich
einen gekauften Inkubator. Er bestand in erster Linie aus Styropor, hatte die Maße
50x50x20 und kostete 300,00DM.
Die IdeeFast nicht's ist besser isoliert als ein Gefrierschrank. Aus ausgedienten Gefrier- oder Kühlschränken läßt sich mit relativ wenig Aufwand ein Inkubator fertigen, der ein Fassungsvermögen von 150-200 Eier hat. Die Temperatur wird auf 1/10C genau gehalten und die Luftfeuchtigkeit beträgt bei der nachfolgend beschriebenen Methode 95-100%. Mit diesem umgebauten Gefrierschrank wurden bei mir Schlupfraten von 95-100% erzielt und dies bei gleichzeitiger Brütung von Pogona Mitchelli, Pogona Vitticeps, Chalmydosaurus Kingii und Iguana Iguana. Der Inkubator verfügt über eine digitale Anzeige, es muß also kein Thermometer mehr im Inkubator untergebracht werden. Die Temperatur ist per Knopfdruck einzustellen und wird auf einem großen Display dargestellt und überwacht. Was wird alles benötigt? |
| Menge | Bezeichnung | Bezugsquelle | Preis |
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| 1 | Gefrierschrank (gebraucht) | Sperrmüll, Schrottplatz... | 0,00 DM |
| 1 | Temperaturregler Standard | Exotarium.de | 125,00 DM |
| 1 | Styroporplatte (5cm Stärke) | Baumarkt | 3,00 DM |
| 1 | Aquarienheizer | Baumarkt | 10,00 DM |
| 2 | Glasscheiben (Altglas) | Glaser | 20,00 DM |
| x | Holzleisten | Baumarkt | 20,00 DM |
| 1 | Kabel, Stecker, Kleinteile | Baumarkt | 15,00 DM |
| 1 | Fasergitter | Baumarkt | 5,00 DM |
| Gesamt: | ca.200,00 DM |
Die Arbeitsschritte: |
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Als erstes bestellt man das Thermostat (Temperaturregler) von der Firma Exotarium.
Dies ist das genaueste und komfortabelste Gerät, welches ich kenne.
Es werden zwei Teile geliefert:
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Abbildung 1: Display mit Temperaturfühler |
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Abbildung 2: Steuereinheit |
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Nun sieht man sich nach einem entsprechenden Gefrier- bzw. Kühlschrank um.
Falls gerade Sperrmüll ist, hat man Glück gehabt und wird oft fündig.
Auch eine Nachfrage im Bekanntenkreis hilft oft weiter.
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Abbildung 3: Aquarienheizer 80 Watt |
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Ist der Gefrierschrank nun im fünften Stockwerk zu Hause angekommen, wird er gründlich gereinigt und desinfiziert.
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Abbildung 4: Deckel-Rückwand |
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Abbildung 5: Wasserbecken mit Glas |
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Sind diese Arbeiten verrichtet nimmt man den Aquarienheizer und klebt ihn ebenfalls mit Silikon auf den Boden (Abb. 6). Achtung: Hier sind - wie bereits erwähnt - besser zwei Heizstäbe zu nehmen. Das Kabel des Heizers lassen wir erst mal ausser Acht und legen es einfach beiseite. |
Abbildung 6: Heizer im Wasserbecken |
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Jetzt wird es Zeit, sich das obere Viertel der Gefrierschank-Rückwand genauer anzuschauen. Ca. 15cm unter der Decke bohren wir ein Loch für die Stromzufuhr in die Rückwand (Abb. 7). Das Kabel kann bereis durch dieses Loch geführt und die Abisolierung der einzelnen Adern (wir benötigen zwei) kann geschehen. |
Abbildung 7: Stromzufuhr |
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Als Nächstes nehmen wir die Steuereinheit (Abb. 8) und schließen die beiden freigelegten Adern des Stromkabels an. Genauere Infos zum Anschluß werden vom Lieferanten (Exotarium) angegeben. Jetzt können wir die Steuereinheit an der rechten Innenwand des (Fast-)Inkubators anbringen. Zur Isolierung legen wir unter die Steuereinheit einen Streifen Styropor, da Strom auf blankem Metall nicht ganz so gut kommt (siehe Abb. 9). |
Abbildung 8: Steuermodul |
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Abbildung 9: Verkabelung Steuermodul |
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Aus der rechten Außenwand wird nun auf Höhe der Steuereinheit ein ca. 15 x 9 cm großes Quadrat ausgeschnitten und das Display eingesetzt. Das am Display befindliche Kabel wird mit 'Klickverschluß' einfach auf die Steuereinheit gesetzt (da kann man nichts falsch machen). Den am Display befindlichen Temperaturfühler führen wir ebenfalls durch diese Öffnung ins Innere des (nun bald) Inkubators. (Abb. 10). |
Abbildung 10: Display (Seite rechts) |
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Wie kommt jetzt das Kabel vom Heizstab zur Steuereinheit? Dazu sehen wir uns die (Abb. 11) etwas genauer an. Eine Kabelleiste wird angebracht, die vom Wasserteil bis unter den Deckel des Inkubators reicht. Durch diese Leiste führen wir das Kabel des Aquarienheizers und schließen es ebenfalls an die Steuereinheit an. Ebenfalls wird der Temperaturfühler bis zur Mitte des Inkubators durch diese Leiste geführt. |
Abbildung 11: Kabelleiste |
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Der nächste sehr wichtige Schritt ist das Einsetzen der Scheibe unter dem Deckel. Damit unsere Elektronik nicht feucht wird und kein Tropfwasser später auf die Eier fällt, müssen wir unterhalb der Elektronik eine Scheibe schräg einkleben. Diese Scheibe sollte an den Seitenwänden des Inkubators abschließen und nicht gerade sodern im ca. 45° Winkel eingeklebt werden, damit das Kondenswasser später nach hinten ablaufen kann. Siehe dazu Abb. 12 und 13. |
Abbildung 12: Scheibe unter Deckel |
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Abbildung 13: Übersicht: Scheibe, Kabelleiste |
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Als nächtes messen wir den Wasserteil genau aus (links - rechts - vorn - hinten). Nun ist ein Rahmen aus z.B. Styropor zu fertigen, welcher später auf den Wasserteil gesetzt wird. In diesen Rahmen kleben wir Fliegennetz oder Fasergitter, damit die Jungtiere später nicht ins Wasser fallen und ertrinken. Siehe Abb. 14 bis 16. |
Abbildung 14: Styroporrahmen |
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Abbildung 15: Gitter im Rahmen |
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Abbildung 16: Fertiges Wasserbecken |
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Jetzt ist es Zeit sich die Fronttüre unseres Inkubators vorzunehmen. Ich nehme mal an, daß Ihr später auch sehen möchtet, was im Inkubator vorgeht. Dazu schneiden wir mit einer Sticksäge ein ausreichend großes Quadrat aus der Türe aus und kleben eine 4-6mm starke Scheibe von innen ein.(Abb. 17). Auch hier ist auf eine sorgfältige Verklebung mit Silikon zu achten, damit später keine Feuchtigkeit nach außen dringt. |
Abbildung 17: Fronttür innen |
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Nun können wir bereis die Körbe einsetzen, die sich im 'Lieferumfang' des Gefrierschrankes befunden haben. Sie eignen sich hervorragend zur Ablage unserer Eierdosen. In meinem Inkubator finden vier Körbe platz. Jeder Korb fasst bei mir vier große Dosen. Jede Dose fasst 12-15 Eier, also nie mehr Sorgen... Siehe Abb. 18 bis 21. |
Abbildung 18: Einlegekorb |
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Abbildung 19: Einlegekörbe |
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Abbildung 20: Übersicht |
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Abbildung 21: Eierdose |
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In einer Dose müssen wir später den Temperaturfühler plazieren. Diese Dose sollte sich in der Mitte des Inkubators befinden um eine gleichmäßige Temperatursteuerung zu gewährleisten. Siehe Abb. 22. |
Abbildung 22: Dose, Fühler im Schubkorb |
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Die letzte Arbeit hat begonnen! Das Anbringen der Holzverkleidung (außen) ist ein Kinderspiel. Man muß den Inkubator zwar nicht mir Holz verkleiden, macht aber mehr her als auf die blanke Schnittfläche zu sehen. Siehe Abb. 23. |
Abbildung 23: Holzverkleidung Tür aussen |
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Es ist geschafft!
Der Inkubator der Marke Privileg ist fertig. Der Arbeitsaufwand hielt sich in Grenzen. Die Nettoarbeitszeit
beträgt je nach Geschicklichkeit 4 bis 5 Stunden. Bedingt durch die Trockenzeit des Silikons gehen trotzdem
2 bis 3 Tage ins Land, bis alles fertig ist.
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Abbildung 24: Fertig! |
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Autor: Roland Pesch
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